Home » Blog » Spiele allgemein » World of Goo

World of Goo

worldofgoo.jpg Ja gook mal da!
Erinnert sich noch jemand an Bridge Builder? Das grafisch absolut unterirdische, aber spielerisch innovative Knobelspielchen stellte den Spieler einst vor die Aufgabe, aus vorgegebenen Teilen eine stabile Brücke zu bauen, die der Überfahrt eines Zuges standhält. Clou an der Geschichte: eine komplexe Physik-Engine berechnete exakt die Einflüsse von Schwerkraft und Belastung auf die einzelnen Bauteile und ließ den Spieler dabei zusehen, wie sich das Bauwerk entweder gefährlich stark verbog, aber hielt oder eben nachgab. World of Goo bedient sich eines ähnlichen Grundgedanken, führt das Konzept aber spielerisch gesehen etwas weiter.

Das namensgebende Goo bezeichnet eine fiktive Flüssigkeit, die in ihrer Farbe und Beschaffenheit am ehesten an dickflüssiges Öl oder Teer erinnert. Die Tatsache, dass die Goo-Tropfen Augen besitzen, erinnert uns wiederum an den PSP-Exklusivtitel LocoRoco – aber das soll uns an dieser Stelle nicht weiter beschäftigen. Mit der Maus könnt ihr die einzelnen Goo-Tropfen anklicken und platzieren. Durch ihre klebrige und latent elastische Beschaffenheit ziehen die Goo-Tropfen klebrige Fäden und lassen sich so zu einfachen Konstrukten aneinanderreihen. Das Ziel eines jeden Levels ist es, mit dem Goo-Konstrukt ein Abflussrohr zu erreichen, in das dann alle nicht verbauten Goo-Tropfen hineingezogen werden. Je nach Level müsst ihr eine bestimmte Anzahl an Goo-Tropfen ins Rohr bringen, um die Herausforderung zu meistern. Es reicht also nicht, das Rohr zu erreichen, ihr müsst auch noch genügend Goo übrig haben, um zu gewinnen.

Goot Ding will Weile haben!

Wie schon das eingangs genannte Vorbild Bridge Builder bedient sich auch World of Goo einer ordentlichen Physik-Engine, um alle äußeren Einflüsse so realistisch wie möglich auf eure Goo-Türme, -Pyramiden und -Brücken wirken zu lassen. Schwankt ein hoher Goo-Turm zu sehr, reißen einige der Verbindungen und das Bauwerk knickt weg. Stellenweise ist aber auch eben jene Physik-Engine für viele Aufgaben der Schlüssel zum Sieg. Bereits relativ früh im Spiel müsst ihr eine Konstruktion in die Höhe bauen, indem ihr sie zwischen zwei Wände verkeilt. Die auftretende Spannung und Reibung sorgt dafür, dass das über dem Boden schwebende Türmchen nicht abrutscht. Auf diesem Weg könnt ihr nach und nach vom unteren Ende des Turms Goo-Tropfen entfernen, die dann den Weg ins Abflussrohr finden, ohne dass die Konstruktion weiter abrutscht – zumindest, wenn ihr sauber gebaut habt.
Da die schwarzen Teerklümpchen mehr und mehr an ihre Grenzen stoßen – was die spielerische Vielfalt betrifft – gibt es spezielle Formen von Goo-Bällen. Der grüne Goo lässt sich beispielsweise jederzeit neu anordnen, auch wenn es einmal verbaut wurde. Das könnt ihr mit dem normalen Goo nicht. Es gibt Goo-Bälle in Form von lustigen Totenköpfen denen Stacheln und sich drehende Zahnräder nichts anhaben können. Rosafarbene Goo-Bälle sehen nicht nur wie mit Helium gefüllte Luftballons aus, die verhalten sich auch genauso und können eine sich nach unten biegende Konstruktion durch ihren Auftrieb stabilisieren. Generell haben sich die Entwickler in punkto Goo-Vielfalt und Leveldesign einiges einfallen lassen, um das Knobelspiel nicht zu schnell langweilig werden zu lassen. Der Motivation hilft das enorm, zumal die grundlegenden Aktionsmöglichkeiten des Spielers stets überschaubar sind und man selten das Gefühl hat, den entsprechenden Kniff übersehen zu haben. Während des Spiels hab ich mich mehrmals dabei ertappt, wenigstens noch ein Level lösen zu wollen. Wer weniger Geduld und Motivation mitbringt, dem stellt das Spiel auf verschiedensten Wegen Lösungshilfen zur Verfügung: durch Hinweisschilder oder der Möglichkeit, ein Level zu überspringen.

Was gookst du?

Wie der Name des Entwicklers, 2DBoy, schon erahnen lässt, bedient sich World of Goo einer relativ einfachen Grafik. Ihr seht den Level im seitlichen Querschnitt, ähnlich wie in einem klassischen 2D-Jump ‘n’ Run. Der Grafikstil ist dabei herrlich bunt und im Comic-Stil gehalten, was dem gesamten Spiel sehr gut zu Gesicht steht. Spektakuläre Effekte und 3D-Grafik werdet ihr also nicht zu sehen bekommen, ihr werdet sie aber auch nicht vermissen.

Einen echten Mehrspieler-Modus gibt es nicht, ihr könnt eure Ergebnisse aber zum globalen Vergleich auf die Online-Highscore-Liste hochladen und eure Punkte mit denen anderer Spieler vergleichen. Als kleines Bonus-Feature dürft ihr aus allen während des Spiels geretteten Goos einen möglichst hohen Turm bauen und eure maximale Höhe mit der der anderen Spieler vergleichen. Ja, es kommt eben doch nur auf die Größe an. ;-)

Ein weiterer interessanter Aspekt des Spiels ist das die Story im 3. Kapitel eine Wendung durchlebt und sich die gesamte Optik verändert. An dieser Stelle wird nicht zuviel verraten aber ich habe schon gestaunt über die kreative Energie der Macher von World of Goo. Das sowieso schon bunte Aussehen des Spiels verändert sich radikal und auch neue Spielmechaniken werden eingeführt. So könnt ihr eure Bälle nicht mehr nur zu einer Brücke verbinden sondern auch unter Angabe von Kraft und Winkel von A nach B schleudern. Die Erdanziehungskraft der “World of Goo” wird auch eine Rolle spielen… Ein Mordsspaß!
Am Ende kann der Spieler sogar parallelen aus der Story zur realen Welt ziehen und manch einer vielleicht sogar etwas daraus lernen. Die Figur “MOM” taucht während des ganzen Spiels immer wieder mal auf, am Ende werdet ihr “MOM” begegnen und euch mit ihr unterhalten. Ein witziger Dialog übrigens und aufschlussreich dazu.

World of Goo steht für die Systeme Windows, Linux und Mac OSX zur Verfügung.

Hostile

Kommentare

Einen Kommentar schreiben

* Pflichtfeld. eMail-Adresse bleibt unveröffentlicht, wird aber für das Gravatar-Bild herangezogen.

Senden

Uschalten zur Mobilen Seite