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„Gesundheit und Leistungsfähigkeit hängen zusammen“ – Warum Mental Health auch ein Unternehmensthema ist
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Lesedauer: 8 Minuten

„Gesundheit und Leistungsfähigkeit hängen zusammen“

Warum Mental Health auch ein Unternehmensthema ist


Mentale Gesundheit endet nicht mit dem Arbeitstag. Gökhan beschäftigt sich bei BettercallPaul seit mehreren Jahren damit, wie das Thema im Unternehmen sichtbarer werden kann. Im Interview spricht er darüber, warum Information und Akzeptanz so wichtig sind, welche Veränderungen er bereits wahrnimmt und warum Unterstützung auch bedeutet, die eigenen Grenzen zu kennen.

Gökhan, warum ist mentale Gesundheit ein Thema, das dir persönlich wichtig ist und wie kam es dazu, dass du dich bei BCxP dafür engagierst?

„Ich fand das Thema schon immer sehr interessant und hatte gleichzeitig das Gefühl, dass mentale Gesundheit auf Arbeitgeberseite lange eher wenig Beachtung gefunden hat. Als sich bei uns die Möglichkeit ergeben hat, das Thema stärker in den Fokus zu rücken, war für mich deshalb schnell klar, dass ich mich darum kümmern möchte.

Angebote gab es bei BCxP schon vorher. Kolleg:innen hatten beispielsweise bereits die Möglichkeit, Beratungstermine wahrzunehmen. Das Problem war eher, dass viele davon gar nichts wussten. Gesundheit hört schließlich nicht bei einem ergonomischen Stuhl oder einem richtig eingestellten Schreibtisch auf.

Es gab dabei keinen bestimmten Vorfall, nach dem wir gesagt haben: Jetzt müssen wir etwas tun. Unser Ansatz war von Anfang an präventiv. Wir möchten Informationen zur Verfügung stellen, mit denen Kolleg:innen Belastungen bei sich selbst oder bei anderen früher wahrnehmen können. Dabei lässt sich Berufliches auch nicht vollständig vom Privaten trennen. Wenn es beispielsweise jemandem im familiären Umfeld nicht gut geht, kann sich das genauso auf den Arbeitsalltag auswirken.“

Warum sollten sich Unternehmen überhaupt mit mentaler Gesundheit beschäftigen?

„Gesundheit und Leistungsfähigkeit hängen zusammen. Wenn Mitarbeitende gesund sind und sich wohlfühlen, wirkt sich das auch auf ihre Arbeit aus. Bei körperlichen Beschwerden ist es für uns selbstverständlich, dass wir uns Hilfe holen. Bei länger anhaltendem Stress oder psychischen Belastungen sollte das genauso sein.

Aus Unternehmenssicht gehört deshalb auch dazu, Ansprechpartner:innen und Unterstützungsmöglichkeiten anzubieten. Mitarbeitende sollten wissen, wohin sie sich wenden können, wenn sie Unterstützung benötigen.“

Welche Rolle spielt dabei gerade Stress im Arbeitsalltag?

„Stress ist für mich einer der größten Faktoren. Deshalb war er auch das Thema, mit dem wir unsere Workshopreihe gestartet haben.

Dabei geht es nicht erst um extreme Folgen wie einen Burnout. Stress kann sich beispielsweise auf Schlaf oder Ernährung auswirken und dadurch einen Kreislauf auslösen, der wiederum weitere Belastungen mit sich bringt. Auch Judith Pieroth-Neef, unsere Ansprechpartnerin für psychologische Beratung, hat uns in ihren Workshops schon viel dazu mitgegeben, wie wir Stress wahrnehmen und besser damit umgehen können. Und die Ursache muss nicht zwingend bei der Arbeit liegen. Stress kann durch beruflichen Druck entstehen, aber genauso aus dem Privatleben mitgebracht werden.

Im Projektgeschäft kommt ein weiterer Faktor hinzu: Wir arbeiten mit Terminen, Verantwortung und dem Anspruch, bestimmte Ergebnisse zu einer bestimmten Zeit zu liefern. Das erzeugt Druck. Das ist sicherlich kein Alleinstellungsmerkmal der Softwareentwicklung, aber auch bei uns müssen Menschen Mittel und Wege finden, damit umzugehen.“

Wenn du auf BCxP schaust: Was machen wir beim Thema mentale Gesundheit bereits gut und wo gibt es noch Potenzial?

„Wir reden darüber. Ich glaube, das ist der wichtige Punkt. Wir schaffen die Möglichkeit, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und haben mit Workshops und Vorträgen erste konkrete Schritte unternommen.

Entscheidend finde ich dabei, Informationen bereitzustellen, aus denen sich jede:r das herausnehmen kann, was zur eigenen Situation passt. Gleichzeitig gibt es natürlich immer Potenzial, weiterzumachen. Es gibt sehr unterschiedliche Möglichkeiten, wie Unternehmen unterstützen können. Für uns geht es darum herauszufinden, was zu BCxP und zu unseren Kolleg:innen passt.

Wir stehen bei dem Thema nicht mehr ganz am Anfang, beschäftigen uns damit aber auch noch keine zehn Jahre. Deshalb wird es immer einen nächsten Schritt geben. Und ich gehe davon aus, dass unser Umgang damit in fünf Jahren noch einmal anders aussehen wird als heute.“

Beim Mental Health Day 2024 ging es unter anderem um bewusstere Pausen und weniger Back-to-back-Meetings. Hat sich seitdem etwas verändert?

„Ich nehme bei einigen Kolleg:innen durchaus Veränderungen wahr. Pausen werden bewusster genommen. Termine enden auch mal fünf Minuten früher, damit vor dem nächsten Meeting kurz Zeit zum Durchatmen bleibt.

Auch in Gesprächen merke ich, dass das Bewusstsein ein anderes geworden ist und Menschen teilweise stärker auf sich achten. Für mich ist das ein kleiner Shift, den man innerhalb des Unternehmens spürt. Das Thema ist präsenter geworden und einzelne Impulse werden in den eigenen Arbeitsalltag übernommen.“

Was braucht es, damit mentale Gesundheit nicht nur rund um einen Aktionstag präsent ist, sondern selbstverständlich zum Arbeitsalltag gehört?

„Der erste Schritt ist für mich Akzeptanz. Mentale Gesundheit ist gesellschaftlich teilweise immer noch ein Tabuthema. Menschen sprechen nicht gerne darüber, weil sie beispielsweise befürchten, in eine bestimmte Ecke gestellt zu werden oder Nachteile zu erfahren.

Wenn diese Akzeptanz vorhanden ist, können wir Informationen und Hilfestellungen anbieten. Was jemand daraus macht, bleibt natürlich jeder Person selbst überlassen. Aber ein besseres Verständnis kann nicht nur einem selbst helfen, sondern auch im Umgang mit Partner:in, Familie, Freund:innen oder Kolleg:innen.

Das habe ich auch bei mir selbst gemerkt. Selbst wenn es einem gerade gut geht, kann man durch solche Veranstaltungen eigene Erfahrungen aus der Vergangenheit besser einordnen oder bestimmte Verhaltensweisen bei sich und anderen eher verstehen. Ich persönlich habe dadurch auch einen besseren Umgang mit Stress gefunden.“

Was würdest du Kolleg:innen raten, die merken, dass ihnen Stress oder Belastung zunehmend zusetzen?

„Wenn jemand damit zu mir kommt, würde ich zunächst zuhören. Ich bin selbst zertifizierter Mental-Health-Ersthelfer. Trotzdem ist für mich wichtig zu wissen, wo meine Grenzen liegen. Ich bin kein ausgebildeter Psychologe.

Deshalb würde ich erst einmal versuchen zu verstehen, woher die Belastung kommt und welche Unterstützung die Person braucht. Wenn ich selbst helfen kann, tue ich das. Wenn das Thema über mein Wissen hinausgeht, verweise ich lieber frühzeitig an eine Person, die fachlich besser unterstützen kann. Sie kann professionell einschätzen, welche Unterstützung sinnvoll ist. Hilfe kann deshalb auch bedeuten, den Weg zur richtigen Ansprechperson zu zeigen. Man muss nicht selbst auf alles eine Antwort haben.“

Wenn wir in zwei oder drei Jahren noch einmal über Mental Health bei BCxP sprechen: Was würdest du dir wünschen?

„Vor allem wünsche ich mir ein noch größeres Verständnis und eine noch höhere Akzeptanz für das Thema. Natürlich würde ich mich auch freuen, wenn noch mehr Kolleg:innen unsere Angebote nutzen und uns Feedback dazu geben.

Am wichtigsten ist mir aber, dass wir überhaupt dauerhaft etwas anbieten und das Thema präsent halten. Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, hätten wir irgendwann vielleicht ein oder zwei Tage mit unterschiedlichen Themen, aus denen sich Kolleg:innen das aussuchen können, was sie gerade interessiert.

Das Feedback, das wir bisher bekommen, freut mich deshalb besonders. Wenn Menschen unsere Angebote gut finden, weiter dabei sein und mehr davon wollen, beschäftigen sich am Ende auch mehr Kolleg:innen mit mentaler Gesundheit und vielleicht ein Stück weit mehr mit sich selbst.“


Ein kahlköpfiger Mann mit Vollbart und Schnurrbart lächelt in die Kamera; er trägt ein dunkles Hemd und steht vor einem schlichten, hellen Hintergrund.

Fragen? Lust auf Austausch? Oder beschäftigt euch die Frage, wie mentale Gesundheit im Arbeitsalltag mehr Raum bekommen kann?

Gökhan ist Senior Recruiter bei BettercallPaul und setzt sich dafür ein, mentale Gesundheit stärker ins Bewusstsein zu rücken. Als zertifizierter Mental-Health-Ersthelfer beschäftigt er sich damit, wie Wissen und Austausch dabei helfen können, Belastungen früher wahrzunehmen und einen gesunden Umgang mit ihnen zu finden.

Wenn ihr euch darüber austauschen möchtet, wie Mental Health im Unternehmen sichtbarer werden kann, welche Rolle Prävention dabei spielt oder welche Erfahrungen wir bei BCxP bisher gemacht haben, dann ist Gökhan der richtige Ansprechpartner.

Neugierig geworden? Gökhan freut sich auf eure Nachricht!


Hinweis:

Das Headerbild dieses Artikels wurde mithilfe Künstlicher Intelligenz erstellt.

Und falls du dir diesen Artikel hast vorlesen lassen: Die Audioversion wurde mithilfe einer KI-generierten Stimme erstellt.

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